Hormone & Drogen
Hormonsystem, Wirkung von Pharmaka und Drogen am Nervensystem
Inhaltsverzeichnis
Hormone & Hormonsystem
Hormone als chemische Botenstoffe
Hormone sind chemische Botenstoffe, die von endokrinen Drüsen ins Blut abgegeben werden und Zielzellen im ganzen Körper beeinflussen. Im Gegensatz zu Neurotransmittern wirken sie langsamer, aber länger anhaltend. Wichtige Drüsen: Hypothalamus, Hypophyse, Schilddrüse, Nebenniere, Bauchspeicheldrüse.
Nervensystem vs. Hormonsystem
- Elektrische Signalübertragung
- Sehr schnell (ms bis s)
- Kurzfristige Wirkung
- Zielgerichtet (spezifische Zellen)
- Neurotransmitter als Botenstoffe
- Chemische Signalübertragung (Blut)
- Langsam (Minuten bis Stunden)
- Lang anhaltende Wirkung
- Breite Wirkung (viele Zielzellen)
- Hormone als Botenstoffe
Stresshormon; erhöht Herzfrequenz, Blutdruck, Blutzucker; 'Fight or Flight'
Blutzuckerregulation; Insulin senkt, Glucagon erhöht Blutzucker (Antagonisten)
Sexualhormone; steuern Entwicklung und Fortpflanzung
Stresshormon der Nebennierenrinde; langfristige Stressreaktion, Immunsuppression
Schlaf-Wach-Rhythmus; wird bei Dunkelheit ausgeschüttet (Zirbeldrüse)
Reguliert Wasserhaushalt; fördert Wasserrückresorption in der Niere
Drogen & Pharmaka am Nervensystem
Wie wirken Drogen auf das Nervensystem?
Drogen und Pharmaka greifen in die synaptische Übertragung ein. Sie können als Agonisten (aktivieren Rezeptoren), Antagonisten (blockieren Rezeptoren) oder Reuptake-Hemmer (verhindern Wiederaufnahme von Neurotransmittern) wirken.
Wirkungsmechanismen von Drogen
Agonisten (z.B. Morphin, Nikotin): binden an NT-Rezeptoren und aktivieren sie → verstärken Signalübertragung
Antagonisten (z.B. Atropin): blockieren Rezeptoren → hemmen Signalübertragung
Reuptake-Hemmer (z.B. Kokain, SSRI): verhindern Wiederaufnahme von NT → NT bleibt länger im Spalt
MAO-Hemmer: blockieren Abbauenzyme → NT-Konzentration steigt (Antidepressiva)
Toleranz: bei wiederholtem Konsum → Rezeptordichte sinkt → höhere Dosis nötig (Sucht)
Reuptake-Hemmer für Dopamin → Dopamin bleibt länger im Spalt → Euphorie, Sucht
Verstärkt GABA (hemmend) und hemmt Glutamat (erregend) → Sedierung, Enthemmung
Agonist an nikotinischen ACh-Rezeptoren → Dopaminausschüttung → Sucht
Selektive Serotonin-Reuptake-Hemmer → mehr Serotonin im Spalt → Stimmungsaufhellung
Verstärken GABA-Wirkung → Beruhigung, Schlaf; Abhängigkeitspotenzial
Agonisten an Opioidrezeptoren → Schmerzlinderung, Euphorie; hohes Suchtpotenzial
Agonist vs. Antagonist
- Bindet an Rezeptor und aktiviert ihn
- Verstärkt die Wirkung des Neurotransmitters
- Beispiel: Morphin (Opioid-Agonist)
- Beispiel: Nikotin (ACh-Agonist)
- Bindet an Rezeptor, aktiviert ihn aber nicht
- Blockiert den Neurotransmitter
- Beispiel: Atropin (ACh-Antagonist)
- Beispiel: Naloxon (Opioid-Antagonist, Gegenmittel)