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ÜbersichtNeurologie

Nervenzellen & Potenziale

Aufbau des Neurons, Ruhe- und Aktionspotenzial – Fokusthema Neurologie

Bau der Nervenzelle

DendritenKernSomaAxonhügelMyelinscheide (Schwann-Zellen)Ranvier'sche Schnürringe→ saltatorische ErregungsleitungEndknöpfchen(Synapse)Axon (markhaltig)

Abb. 1: Aufbau eines myelinisierten Neurons mit animierter Erregungsleitung (orange = Signalfluss)

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Aufbau eines Neurons

Ein Neuron (Nervenzelle) besteht aus dem Zellkörper (Soma), den Dendriten (Empfangsfortsätze) und dem Axon (Leitungsfortsatz). Das Axon kann von einer Myelinscheide umhüllt sein, die von Schwann-Zellen gebildet wird. Die Unterbrechungen der Myelinscheide heißen Ranvier'sche Schnürringe – dort springt das Signal von Knoten zu Knoten (saltatorische Erregungsleitung).

Dendrit

Empfängt Signale von anderen Neuronen oder Sinneszellen

Soma (Zellkörper)

Enthält Zellkern und Zellorganellen; verarbeitet Informationen

Axon

Leitet elektrische Impulse vom Soma weg; kann bis 1 m lang sein

Myelinscheide

Isolierende Fettschicht um das Axon; beschleunigt Erregungsleitung auf bis zu 120 m/s

Ranvier-Schnürring

Unterbrechungen der Myelinscheide; ermöglichen saltatorische Leitung (energiesparend)

Synaptische Endknöpfchen

Geben Neurotransmitter in den synaptischen Spalt ab; enthalten Vesikel

Myelinisiert vs. Nicht-myelinisiert

Myelinisiert (markhaltig)
  • Saltatorische Erregungsleitung
  • Sehr schnell (bis 120 m/s)
  • Energiesparend
  • Beispiel: Motorische Nervenbahnen, Pyramidenbahn
Nicht-myelinisiert (marklos)
  • Kontinuierliche Erregungsleitung
  • Langsam (0,5–2 m/s)
  • Höherer Energieverbrauch
  • Beispiel: Schmerzfasern (C-Fasern)

Ruhepotenzial

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Was ist das Ruhepotenzial?

Das Ruhepotenzial ist die elektrische Spannung über der Membran einer ruhenden Nervenzelle. Es beträgt beim Menschen etwa –70 mV (innen negativ gegenüber außen). Es entsteht durch unterschiedliche Ionenkonzentrationen auf beiden Seiten der Membran und die selektive Permeabilität der Membran.

Entstehung des Ruhepotenzials

1

Na⁺-Ionen sind außen konzentrierter (ca. 10-fach), K⁺-Ionen sind innen konzentrierter (ca. 30-fach)

2

Die Membran ist im Ruhezustand vor allem für K⁺ durchlässig (Kalium-Leckkanäle offen)

3

K⁺ diffundiert entlang des Konzentrationsgradienten nach außen → Innen wird negativer

4

Gleichgewicht bei –70 mV: elektrische Anziehung hält K⁺ zurück (Donnan-Gleichgewicht)

5

Na⁺-K⁺-ATPase (Pumpe) pumpt aktiv 3 Na⁺ raus und 2 K⁺ rein → hält Gradienten aufrecht (ATP-abhängig)

Ruhepotenzial ≈ –70 mV | Na⁺-K⁺-Pumpe: 3 Na⁺ raus, 2 K⁺ rein (ATP-abhängig) | Membran im Ruhezustand: K⁺-permeabel

Aktionspotenzial

Zeit (ms)mV+300-55-70SchwellenwertRuhe-70 mVDepolarisationNa⁺ strömt einRepolarisationK⁺ strömt ausHyperpol.Refraktärzeit+30 mV

Abb. 2: Verlauf des Aktionspotenzials – Depolarisation (Na⁺ ein), Repolarisation (K⁺ aus), Hyperpolarisation

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Was ist das Aktionspotenzial?

Das Aktionspotenzial ist eine kurze, charakteristische Änderung des Membranpotenzials, die ausgelöst wird, wenn ein Reiz den Schwellenwert (ca. –55 mV) überschreitet. Es folgt dem Alles-oder-Nichts-Prinzip: Entweder wird es vollständig ausgelöst oder gar nicht.

Phasen des Aktionspotenzials

1

Depolarisation: Reiz überschreitet Schwellenwert (–55 mV) → spannungsgesteuerte Na⁺-Kanäle öffnen → Na⁺ strömt ein → Membranpotenzial steigt auf +30 mV

2

Repolarisation: Na⁺-Kanäle inaktivieren sich → K⁺-Kanäle öffnen → K⁺ strömt aus → Membranpotenzial sinkt

3

Hyperpolarisation: K⁺-Kanäle schließen verzögert → Membranpotenzial unterschreitet kurz –70 mV

4

Refraktärzeit: absolute (kein AP möglich) und relative (nur stärkerer Reiz) Refraktärzeit

5

Erholung: Na⁺-K⁺-Pumpe stellt Ionengradienten wieder her

Alles-oder-Nichts-Prinzip

AP wird entweder vollständig ausgelöst oder gar nicht – keine abgestuften Signale

Schwellenwert

Ca. –55 mV; muss überschritten werden, damit ein AP ausgelöst wird

Absolute Refraktärzeit

Kein weiteres AP möglich; Na⁺-Kanäle inaktiviert (~1 ms)

Relative Refraktärzeit

AP nur durch überschwelligen Reiz möglich; K⁺-Kanäle noch offen

Reizfrequenz

Stärkere Reize → höhere AP-Frequenz (Frequenzmodulation), nicht stärkere APs

Saltatorische Leitung

AP springt von Schnürring zu Schnürring → schneller und energiesparender

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